Türkei 2013 - Die Anreise

Hallo liebe Freunde,

Wir melden uns mal wieder von unterwegs. Nach unserer fast sechs monatigen Winterreise in's nördliche Afrika steuern wir unser Wohnmobil jetzt nach Asien. Wir haben uns eine Rundreise durch die Türkei vorgenommen. Die Reise soll bis in's östliche Anatolien gehen, bis wir dann hoffentlich den 5137 m hohen Agri Dagi zu Gesicht bekommen, besser bekannt als der Berg Ararat.

Am 06. August verließen wir unser zu Hause in Hofheim, bei heftigem Sommergewitter. Über die Zwischenstopps in Kitzingen am Main, Amtzell in der Nähe von Bregenz erreichten wir eines unserer Lieblingsziele, die im Tessin gelegene Stadt Locarno. Die quirlige Stadt zieht uns immer wieder an, zumal der einfache Stellplatz in der Nähe des Lago Maggiores ideal für die Durchreise nach Süden gelegen ist.

Von hier ging es dann über Modena und Fano/südlich Rimini weiter in Richtung Ancona/Adria. Die fast unausstehliche Hitze und der unbeschreibliche Tourismus in dieser Region ließen einige Zweifel aufkommen, ob wir zur rechten Zeit unterwegs sind. Entlang der gesamten Küste waren nur noch Stehplätze im Meer zu ergattern, Sonnenschirm an Sonnenschirm.

Am Strand von Fano

Am Strand von Fano

 

Aber wir mussten ja unsere Fähre pünktlich erreichen, die uns dann mit Camping an Bord in 15 Stunden nach Igouminitsa in Griechenland brachte. Die ruhige Überfahrt bei angenehmen Temperaturen war erholsam. Um 06.00 h morgens entließ uns Anek Lines in's nördliche Griechenland. Über die gut ausgebaute Autobahn steuerten wir den Ort Vergina einige Kilometer westlich von Thessaloniki an. Hier betreibt eine Familie ( sie Deutsche, er Grieche) einen sehr privaten kleinen Stellplatz für Wohnmobile. Wir wurden sehr warmherzig empfangen und mit den besten Pfirsichen, die wir seit einiger Zeit gegessen haben, versorgt. Bei einem gemeinsamen Abendessen in einer Taverne, erfuhren wir Vieles über das Leben im heutigen Griechenland. Auf der Rückreise sollen wir doch wieder vorbeikommen. Versprochen!

Übernachtung in Vergine

Übernachtung in Vergine

Die Reise führte uns dann weiter nach Alexandropolis, einer größeren Hafenstadt ganz im Osten Griechenlands. Hier befindet sich der letzte Campingplatz vor der türkischen Grenze. Wir bleiben zwei Tage und erfreuen uns am wohl temperierten Mittelmeer. Es fällt uns auf, dass kaum Wohnmobile unterwegs sind, schon gar keine aus Deutschland. Viele meiden Griechenland und die Türkei wegen der politischen und wirtschaftlichen Probleme. Wir teilen diese Bedenken nicht.
Früh geht es dann weiter Richtung Türkei. Wir haben uns den Sonntag als Reisetag ausgesucht um dem heftigen Verkehr rund um Istanbul zu entgehen. Eine gute Entscheidung. Die Grenzformalitäten halten sich bei der Einreise im Rahmen, wir werden freundlichst willkommen geheißen. Mit uns reisen 40 Flaschen Wein und 50 Dosen Bier in die Türkei ein. Die Umfahrung von Istanbul ist ein Erlebnis. Die Autobahn führt ziemlich mittig durch die Stadt. Die Skyline der Metropole ist ständig in Sichtweite. Schließlich queren wir den Bosporus über die Second Bridge, sind nun in Asien angekommen.

Auf dem Weg nach Istanbul

Auf dem Weg nach Istanbul


Es dauert eine lange Zeit, bis der Verkehrsmoloch Istanbul hinter uns liegt. Erschöpft parken wir unser Wohnmobil an einer Autobahnraststätte. Auch hier herrscht die ganze Nacht ein reges Treiben. Unzählige Überlandbusse kommen und gehen. Die hungrigen Passagier finden reichlich Auswahl in den Restaurants und Imbissständen. Wir schlafen trotzdem ganz gut.
Heute steuern wir unser erstes Ziel in der Türkei an. Safranbolu, rund 90 km von der Schwarzmeerküste entfernt liegt die Perle der pontischen Kleinstädte und sie ist nicht umsonst UNESCO Welterbe.

Safranbolou - UNESCO Welterbe

Safranbolou - UNESCO Welterbe

Ein Spaziergang durch die holprigen Pflastergassen kommt einer Reise in eine längst vergangene Zeit nahe. Hier erleben wir in zwei Tagen vieles was die Türkei ausmacht. Wir treffen überaus freundliche und hilfsbereite Menschen. Man leitet uns mit einem PKW quer durch die enge Stadt nachdem wir den Stellplatz nicht finden konnten. Wir werden von  vielen Menschen angesprochen. "Willkommen in der Türkei!" Das Essen schmeckt uns hervorragend und der Muezin weckt uns früh am Morgen. Nach einer anstrengenden Anreise von mehr als 2500 km und einer Fährfahrt quer über das Adriatische Meer sind wir endlich angekommen. Zwei Wochen haben wir bis hierhin benötigt, ganz Anatolien liegt noch vor uns. 
Wir melden uns dann vom Schwarzen Meer wieder. Bis dahin herzliche Grüsse von
Hermann, Christa und Jackson
@Norbert Richter: Der Charisma läuft gut. Einige kleinere Mängel lassen sich wohl nicht vermeiden. Z.B. Das Sonnenrollo an der Frontscheibe ist während der Fahrt heruntergefallen, das in einer Baustelle!