Bleik - Andenes/Vesteralen (10km !!)

Tag 47

Heute haben wir uns eine "Mamutetappe" vorgenommen. Einmal rum um die Berge und nach 10 Kilometern kommen wir in Andenes an, einem kleinen Ort an der nordöstlichen Spitze der Vesteralen. Quasi ganz draußen. Hierhin pilgern die Touristen in erster Linie um an einer Walsafari teilzunehmen. Das ist auch unser Plan.

Die großen Pottwale halten sich in einem besonders nahrungsreichen Gebiet nordwestlich von Andenes auf. Nirgends sonst in Norwegen reicht die steilabfallende Kontinäntalschrägung so nahe ans Land heran. Daher ist Andenes der einzige Ort in Nordeuropa, wo mit 100 prozentiger Sicherheit Wale auf relativ kurzen Ausflügen beobachtet werden können.

Im Ort gibt sind mehrere Anbieter, die solche Safaris durchführen. Wir entscheiden uns für Hvalsafari AS, der weltweit größte und bekannteste Veranstalter arktischer Walsafaris. Inklusive Museumsbesuch mit ausführlichem Briefing kostet der Spaß ca 100 Euro pro Person.

Um 18.00 Uhr stechen wir, gemeinsam mit weiteren 75 Touristen und 3 mehrsprachigen Führern, in See. Die MS Reine, im Stil eines alten Walfängerbootes gebaut verläßt bei sonnigen und windstillen Bedingungen den Hafen. Die Tour ist für ca 4 Stunden geplant. Aber heute kommt es etwas anders. Die Wale tummeln sich meistens 10 Kilometer von der Küste entfernt, heute werden es 32 Kilometer sein. Die Anfahrt bis in das Zielgebiet dauert deshalb mehr als zwei Stunden. Wir befinden uns inzwischen bereits außerhalb der norwegischen Hoheitszone, unter uns 1500 Meter dunkles Wasser. Die vorherrschende Dünung verwandelt die Bootstour in eine Achterbahnfahrt. Die ersten Tüten werden ausgegeben. Einige schaffen es auch sie zu benutzen, andere leider nicht. Ausführlicher will ich lieber nicht werden. Nach zwei Stunden werden die Motoren gedrosselt. Der Steuermann hat mit seinen Geräten Wale aufgespürt. Nun heißt es warten. Wer noch kann, drängt sich an die Reling. Plötzlich sind sie da. Große Wasserfontänen werden in die Luft geblasen, dunkle Körper tauchen wie U-Boote vor uns auf. Ein ganzes Rudel Pottwale direkt vor unserem kleinen Boot. Kameras klicken um die Wette. Zwei Stunden begleiten wir die Wale bei Ihrem Auf und Ab. Der Rückweg ist dann ein einziger Leidensweg. Mehr als die Hälfte der Besucher ist inzwischen seekrank. Einigen geht es richtig schlecht. Es ist saukalt. Um kurz vor Mitternacht haben wir wieder festen Boden unter den Füßen, freuen uns auf das warme Wohnmobil und auf Terrier Jackson, der fast 6 Stunden auf uns warten musste. Mit einem weiteren feuerroten Sonnenuntergang und einer warmen Tasse Tee lassen wir den besonderen Tag ausklingen.

Zusammengefasst einige Tipps:

Andenes ist der richtige Ort für eine solche Safari.

Den von uns ausgewählten Veranstalter können wir empfehlen (Walgarantie).

Nur an windstillen Tagen ausfahren, es sei denn man ist wirklich seefest.

Tablette einwerfen kann helfen, sind an der Rezeption zu kaufen.

Zieht euch warm an, egal wie warm es im Hafen ist.

Übernachtung: Parkplatz im Hafen

N69.323933 E16.133438

Hinweisschild "No Camping" hat uns nicht weiter gestört

Kostenfrei

Leuchtturm von Andenes

Blick zurück auf die Berge der Vesteralen

Großer Auflauf bei der Walsafari Company

Nobel. Empfangshalle der Wale-Watch-Company

Skelett eines Pottwals

Hier geht`s los

Boarding

Wer sieht den ersten Wal?

Der Steuermann hört in die Tiefe

Schwesterschiff

Wal bläst

Pottwal taucht auf

Ab in die Tiefe